09.04.2020

Das Wohnen im Post-Corona-Zeitalter:
Gesundheit kommt vor Globalisierung

Bonn. Möglicherweise ist diese Zeit eine gute Lehrmeisterin. Uns wird immer klarer, dass es wichtig ist, füreinander da zu sein. Dass es wichtig ist, in Kontakt miteinander zu bleiben, auch wenn man sich nicht persönlich treffen kann. Und uns wird immer klarer, dass unser Alltag sich stark verändert: Die meisten von uns verbringen diese Zeit im Home Office, mit Partnern und Kindern. Andere arbeiten noch außer Haus, mehr als sonst, weil ihre Berufe „systemrelevant“ sind. Die Corona-Krise ist eine Zeit ohne Vorbild, die von uns allen neue Erfahrungen einfordert. Ursula Geismann, Geschäftsführerin und Wohnexpertin der Initiative Furnier + Natur (IFN), prognostiziert, dass sich die Qualität des Wohnens durch eine sensibilisierte Wahrnehmung verbessern wird. Hier ihr komplettes Statement:

„Unser Zuhause ist uns immer schon lieb und teuer. Wir sind im Schnitt 330 Tage im Jahr Zuhause doch eben nicht nur zu Hause. Wir besuchen Konzerte und Restaurants, Freunde und Familie und kehren dann immer wieder in die eigenen vier Wände zurück. Unser Zuhause ist Ort des Rückzugs, der Gemütlichkeit, der Privatheit und der persönlichen Intimität. Heute machen wir im Zuhause ganz neue Erfahrungen, denn wir dürfen es nur ausnahmsweise verlassen. Nun sind wir im Home Office, mit unseren Kindern, die in der Home School sind, mit unseren Partnern, die auch um uns herum sind. In unseren Wohnungen kommt es daher im Moment zu sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten. Bei vielen Menschen geht es um Kompromisse beim täglichen Ablauf, andere planen die Tageszeit mit festen Ereignissen durch und legen die Uhrzeiten dafür fest. Einige empfinden sich in einer lähmenden Zwangspause, andere schöpfen Kraft für neue Ideen. Manche fühlen sich mehr und mehr isoliert, andere telefonieren so viel, wie Jahre lang nicht mehr. Videokonferenzen funktionieren immer besser und könnten auch nach der Corona-Krise eine echte Alternative für aufwendige Meetings werden. Den klassischen TV-Machern gehen schon die Serien aus, während junge Social Media Leute Apps entwickeln, um anderen Menschen zu helfen, um miteinander zu singen oder zu gamen, um die Gesundheitsämter mit Bewegungsdaten zu unterstützen oder lokale Initiativen an den Start zu bringen. Was nun die eigene Wohnung betrifft, so schauen die Menschen gerade ganz genau hin. Entsorger in ganz Deutschland melden eine deutlich gestiegene Zahl an Hausrat-Sperrmüll. Keller, Dachböden, Garagen, aber auch die eigentliche Wohnung werden entrümpelt. „Schmuddelecken“, Ablagen, Stapel werden allerorts durchforstet und beseitigt. DIY-Lieferanten berichten von steigenden Bestellungen bei Heimwerkerbedarf wie etwa Wandfarben, Tapeten, Fliesen. Fenster werden gewienert und Küchenschränke ausgemistet und geputzt. Was ist da los?

Das spannende beim Thema Wohnen ist doch, dass es ein Totalphänomen ist. Es geht jeden Menschen an, (fast) keiner kommt ohne Wohnen aus. Wohnen ist ein wichtiger Bestanteil unserer Kultur und hat damit viel soziales Potential. In Gesellschaften kann man immer beim Wohnen ablesen, wie die Menschen ticken. Geschmacksache beispielsweise, ist ein Teil von Kultur. Die Ausstattung der eigenen Wohnung mit Möbeln, Wandfarben, Dekoration und Accessoires ist auch Kultur. Und soziales Potential hat Wohnen immer dann, wenn es um Mietpreise oder Wohngegenden geht. Die Deutschen lieben das Wohnen. Sie geben gerne und im Durchschnitt sehr viel Geld für die Ausstattung ihrer Wohnung aus.

Aktuell sind alle Menschen viel mehr Zuhause, und zwei Megatrends kommen auch beim Wohnen stärker ins Bewusstsein: Globalisierung und Gesundheit. Beide sind genau die Themen einer Pandemie, über die gerade jeder nachdenkt. Die Globalisierung ist derzeit nicht besonders erträglich und auch nicht besonders beliebt. Es kann durchaus sein, dass sich die Menschen bei ihren künftigen Anschaffungen für das Wohnen mehr an regionalen oder zumindest heimischen Produkten orientieren. Im Lebensmittelbereich ist das für eine wachsende Zielgruppe ja schon zum Standard geworden.

Und auch beim Thema Gesundheit tut sich etwas. Die YouGov Deutschland GmbH hat jetzt die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zu den Wohntrends 2020, im Auftrag der Wohnzeitschrift „Schöner Wohnen“, veröffentlich. Danach greifen aktuell 75 Prozent aller Befragten beim Einrichten auf schadstoffarme Farben und Materialien zurück. Bei der jüngeren Generation (18- 24-Jährige) gaben 65 Prozent an, dass ihnen „gesundes Wohnen“ am Herzen liegt.

Die Menschen werden ökologische und gesunde Produkte solchen gegenüber bevorzugen, die aus umweltschädlichen Materialien gefertigt sind. In den sozialen Medien kann man die ideenreiche Vielfalt und wachsende Qualität beim Thema Wohnen sehr deutlich erkennen. Hier schauen immer mehr Menschen verantwortungsvoll nach ökologischen, natürlichen, nachwachsenden oder kompostierbaren Einrichtungsgegenständen und Wohninspirationen. Holz und Furnier begeistern ebenso, wie andere nachwachsende Rohstoffe etwa Leinen, Baumwolle oder Kork. Das betrifft im Übrigen nicht nur die Wohnungsausstattung wie Möbel, Heimtextilien, Accessoires, sondern auch Verpackungen und Lifestyleprodukte, die immer mehr zum individuellen Verantwortungsradius zählen. Furnier aus echtem Holz hat dabei viel zu bieten. Als dünnstes Massivholz der Welt eignet es sich für Möbeloberflächen, Musikinstrumente, Handyhüllen, Bankkarten, Verpackungen und etliche Lifestyleprodukte.“

Initiative Furnier + Natur (IFN)
Die Initiative Furnier + Natur (IFN) e.V. wurde 1996 von der deutschen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründet. Heute wird sie von europäischen Unternehmen aus der Furnierindustrie, dem Handel und der furnierverarbeitenden Industrie sowie Fachverbänden der Holzwirtschaft getragen. Ziel des Vereins ist die Förderung des natürlichen Werkstoff-Allrounders Furnier.


Downloads

IFN-Kettnaker-Sideboard-Furnier.JPG (1.38 MB)
IFN-Furnier-Socken-Verpackung.JPG (0.67 MB)
IFN-der-richtige-Furnier-Baum.JPG (1.21 MB)



Foto 1: Der Materialmix aus echtem Holz-Furnier und Lack ist eine individuelle Kombination, die immer elegant und wertvoll wirkt. Foto: IFN/Kettnaker


Foto 2: Furnier eignet sich als kompostierbare Verpackung, hier als Verpackung für Söckchen. Foto: IFN


Foto 3: Die Suche nach dem richtigen Furnierbaum gleicht oft der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Foto: IFN