Trägermaterialien

Furnier ist für sich genommen noch kein eigenständiges Produkt. Komplett wird es erst zusammen mit dem entsprechenden Trägermaterial. Früher wurden massive Holzteile als Trägermaterial genutzt, heute sind leichtgewichtigere Holzwerkstoffe (u.a. Span- und Sperrholz- sowie MDF-Platten) im Einsatz.

Holzwerkstoffe, also beispielsweise furnierte Platten, sind leicht zu bearbeiten und universell einsetzbar. Zudem bieten sie vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und schneiden in der gesamtökologischen Bewertung positiv ab. Positiv hinzu kommt auch das geringe Gewicht im Vergleich zur Festigkeit gegenüber anderen Werkstoffen.

Stichwort Umwelt

Emissionen

Holzwerkstoffe dürfen nur dann in den Handel kommen, wenn sie einen Formaldehyd-Emissionswert von 0,1 ml/cbm nicht überschreiten. Bereits heute besteht die Möglichkeit, Trägermaterialien praktisch emissionsfrei zu verleimen. In Zukunft wird es Wohngifte und Giftcocktails in Wohn- und Arbeitsräumen kaum noch geben. Die Formaldehydemissionen der neuen Holzprodukte entsprechen dann dank formaldehydfreier Leime und Bindemittel den Formaldehydemissionen von natürlichem Holz.

Ökologie

Holzwerkstoffe und Furniere sind ökologisch sinnvolle Produkte, die den Wäldern helfen gesund zu bleiben. Der Holzwerkstoffindustrie kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle bei der Verwertung von sog. Schwachholz zu. (Bei der Spanplattenherstellung werden ca. 30% Schwachholz und 70% Resthölzer der holzbe- und verarbeitenden Industrie verwendet.) Der Baum wird damit fast komplett verwertet und aus geringerwertigem Holz werden hochwertige Werkstoffe hergestellt.

Spanplatten

Flexible/elastische Spanplatten bestehen aus Holzgranulat, Kork, Elastomeren und Bindemitteln. Sie werden u.a. bei der Möbelproduktion, im Innenausbau, Fertighausbau, Messe- und Modellbau und zur Herstellung von Bodenbelägen verwendet. Als formverleimte Trägerplatte ermöglichen sie auch runde, durchgehende Säulenverkleidungen sowie gebogene Wandverkleidungen und Möbelteile.

Leichte Spanplatten

1. Airmaxx besteht aus Holzspänen, einem aufgeschäumten Polymer und einem Bindemittel. Sie wiegt 30% weniger als die heute gewöhnlich eingesetzte Spanplatte.

2. Die Spanplatte aus Pappelholz. Diese „normale“ Spanplatte wird ohne Zusatz von Chemikalien einfach durch den konsequenten Einsatz von natürlichem, schnell wachsenden Pappelholz ein Leichtgewicht.

3. Platten mit Mittellagen aus Papier oder Pappwaben sind sehr leicht, aber auch weniger stabil.

Sperrholz

1. Furniersperrholz besteht ausschließlich aus Furnierlagen

2. Multiplexplatten: Platten mit einer Dicke über 12 mm und mit mindestens 5 Lagen Furnier. In der Regel werden Schälfurniere verwendet.

3. Stab- bzw. Stäbchensperrholz (auch Tischlerplatte): Die Mittellage besteht aus etwa 24 mm breiten, gesägten Vollholzleisten (Stäben) bzw. aus 5-8 mm dicken, hochkant gestellten Schälfurnierstreifen. Dazu kommt bei der dreilagigen Platte jeweils ein Deckfurnier. Bei fünflagigen Platten gibt es ein Absperr- und ein Deckfurnier. Dank der damit erzielten ebenen und glatten Oberfläche ist Stab- bzw. Stäbchensperrholz ideal für die Herstellung hochwertiger Möbel geeignet. Heute gibt es bereits formaldehydfrei verleimte Tischlerplatten sowie extrem leichte Tischlerplatten auf Balsaholzbasis.

Innovative Werkstoffe

In den letzten Jahren wurden Holzwerkstoffe nicht nur in Sachen Gewicht weiterentwickelt. Auch der Brandschutz nimmt eine wichtige Rolle ein. In diesem Bereich haben Hersteller neue Trägerwerkstoffe entwickelt, die wie eine normale Spanplatte zu verarbeiten sind, aber keine brennbaren Bestandteile enthalten. Basis sind Gips oder Gipsverbundwerkstoffe, Blähglas oder Mineralwerkstoffe.

Glas oder Acrylate gewinnen ebenfalls als Trägerwerkstoff an Bedeutung. Neuartige Kleber ermöglichen es, Furnier mit unsichtbarer Klebefuge auf diese transparenten Werkstoffe aufzubringen. Die so entstehenden halbtransparenten Platten können durch indirekte Beleuchtung das Holz effektvoll in Szene setzen. Diese Trägermaterialien erlauben die multifunktionale Nutzung und nahezu unbeschränkte Designmöglichkeiten.

Zukunft

Mit Blick auf die Zukunft wird vor allem in folgenden Bereichen geforscht und weiterentwickelt:

1. Nachformbare Holzwerkstoffe. Neue Materialzusammensetzungen sollen zur Erweiterung der Formvielfalt der Produkte (Sitzschalen, Rückenlehnen etc.) beitragen.

2. Composite Werkstoffe (Verbindung von Holz und CPL auf einer Holzpartikelwerkstoffplatte). Diese hochwertigen Trägerplatten können vielseitig eingesetzt werden und ermöglichen es dem Handwerker, hochwertige Möbelteile in kürzester Zeit herzustellen.

3. Biopolymerstoffe und holz- und naturfaserverstärkte Kunststoffe. Als Beispiel ist hier WPC (Wood Plastic Composite = Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe) zu nennen. Dieser Verbundwerkstoff, der aus unterschiedlichen Anteilen von Holz und Kunststoffen besteht, erweitert die Design- und Funktionsmöglichkeiten erheblich.

Spanplatte
Spanplatte
Tischlerplatte/Stabholz
Tischlerplatte/Stabholz
Multiplex
Multiplex
MDF-Platten
MDF-Platten
Sperrholz
Sperrholz
Innovative Werkstoffe (Brandschutz)
Innovative Werkstoffe (Brandschutz)