Donnerstag, 29. März 2018

Die Nadel im Heuhaufen - Nicht jeder Baum ist auch ein Furnierbaum


Bad Honnef. Für den Laien sehen alle Bäume gleich aus. Aber selbst Naturliebhaber können zumeist nur etwas über die Baumart, das ungefähre Alter des Baumes und dessen individuellen Lebensbedingungen sagen. Einen echten Furnierbaum erkennen hingegen nur Spezialisten. „Bei einem Furnierbaum zählen allein die inneren Werte. Um diese zu erkennen, bedarf es jahrelanger Erfahrung“, so Ursula Geismann, Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur (IFN).

Auf der Welt gibt es insgesamt rund 40.000 Holzarten. Nur etwa ein halbes Prozent davon, rund 200 Arten, sind grundsätzlich für Furnier zu gebrauchen. Und nur wenige Bäume jeder dieser Arten sind ein echter Furnierbaum.

Der Kundenwunsch bestimmt die Baumsuche
Der Kunde des Furnierherstellers ist im wahrsten Sinne des Wortes „König“: Er legt mit seinem Wunsch fest, wie das Furnier letztendlich beschaffen sein soll. Hat der Furnierhersteller etwas Passendes vorrätig, ist der Auftrag erledigt. Ist das jedoch nicht der Fall, wird es spannend: Dann geht es für den oder die Experten des Furnierunternehmens auf kleine oder auch größere Reise. Doch wie sieht der ideale Furnierbaum aus?

Das macht einen guten Furnierbaum aus
Idealerweise ist der Furnierbaum von ebenmäßigem, geradem Wuchs. Der Stamm sollte möglichst rund und nicht in sich verdreht sein. Außerdem wichtig ist eine gleichmäßige Rinde ohne großes Astaufkommen in den wichtigen Bereichen. Zudem sollte der Baum keine großen Beschädigungen aufweisen, wie sie zum Beispiel durch einen Blitzschlag oder einen anderen umgestürzten Baum auftreten können. Ähnliches gilt für Insektenbefall oder durch Tiere verursachte Unregelmäßigkeiten im Holz. „Erfüllt ein Baum diese vielen Voraussetzungen, wird er zum Furnierhersteller gebracht und auf Kundenwunsch verarbeitet“, erklärt Ursula Geismann. Das Ergebnis lässt sich dann wunderbar auf Designermöbeln, in Automobilen oder auch in Form von ungewöhnlichen Objekten wie Waschbecken, Badewannen, Skiern, Kiteboards oder sogar Furnierbrillen bewundern. IFN/DS

So wird Furnier hergestellt: Furnier wird aus dem Holz ausgewählter Bäume gewonnen, die überwiegend in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewachsen sind. Die zumeist verwendeten Baumarten sind Ahorn, Buche, Eiche, Esche und Nussbaum aus heimischen, europäischen und im Falle von Eiche, Ahorn und Nussbaum auch amerikanischen Wäldern. Ist der richtige Baum gefunden, wird er geschält, gemessert oder gesägt. Dabei entstehen Holzblätter, die rund 0,45 bis 6 Millimeter dick sind. Diese werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, zugeschnitten und zu einem Deck zusammengesetzt. Diese Furnierdecks werden anschließend auf Trägermaterialien wie Massivholz-Stäbchenplatten, Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt und verpresst.

Initiative Furnier + Natur (IFN)
Die Initiative Furnier + Natur (IFN) e.V. wurde 1996 von der deutschen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründet. Ziel des Vereins mit Hauptsitz in Bad Honnef ist die Förderung des Werkstoffes Furnier. Er wird getragen von europäischen Unternehmen aus der Furnierindustrie, dem Handel und der Furnier verarbeitenden Industrie sowie Fachverbänden der Holzwirtschaft.


Bilder 1+2: Perfekte Furnierbäume. Fotos: Furnir Otok

Weitere Informationen zum Thema Furnier unter www.furnier.de oder unter www.furniergeschichten.de.