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A

Abwicklung:

Das Zusammensetzen von aufeinanderfolgenden Furnierblättern eines Paketes bzw. eines ganzen Stammes zu einer größeren Furnierfläche wird als Furnierabwicklung bezeichnet. Die Furnierblätter besitzen aufgrund ihrer unmittelbaren Abfolge eine annähernd gleiche Textur.

Absperrfurnier:

Furniere, die zur Verbesserung der Formstabilität rechtwinklig zur Decklage verleimt werden und nicht sichtbar sind.

Adern:

Feine Furnierstreifen, die zum Unterteilen von Furnierflächen eingelegt werden.

Anschnittpaket:

Die ersten und letzten Pakete eines flachgemesserten Stammes. Diese Pakete haben meist eine fladrige Textur, sind kürzer und geringerwertig.

Augung:

Speziell bei Vogelaugen-Ahorn die Bezeichnung der augenförmigen Zeichnung des Furniers, kann aber auch bei anderen Holzarten auftreten (siehe Kap. 2.3.4)

Außenfurnier:

Furnier besserer Qualität, das für die sichtbaren Decklagen eines Werkstückes verwendet wird.

B

Backsteinriegel:

Unregelmäßige Form des Riegels, der über die gesamte Furnierfläche verläuft.

Bandeinlage:

Ein einfarbiger oder gemusterter Furnierstreifen, der für dekorative Ränder verwendet wird.

Blase:

1. Erhebung bei Fehlverleimung (Siehe Kürschner)
2. helle, natürliche Holzverfärbung in runder oder ovaler Form

Blattzahl:

Die Anzahl von Furnierblättern in einem Paket.

Blindfurnier:

Unterste Qualitätskategorie bei Furnieren, die meist nur noch als Absperrfurniere oder für nicht sichtbare Flächen verwendet werden. Verkauf auch nach Gewicht möglich.

Blitz:

Einzelne, meist von Ästen ausgehende Riegel werden als Blitz bezeichnet.

Block:

Bezeichnung für einen Stamm oder Stammteil in der Rundholz- bzw. Furnierform.

Blume:

andere Bezeichnung für eine gefladerte Textur (siehe Kap. 2.3.4). Entsteht, wenn über das Herz hinweg gemessert wird.
Angeschnittene Blumen sind Friese mit meist halber Blume. Anstelle von Blume wird auch von Herz gesprochen.

Buch:

Vor allem bei Schreinern gebräuchlicher Ausdruck für ein Paket Furnier. Dieser rührt daher, dass wie in einem Buch die Furnierblätter aufeinanderfolgen.

Buchs:

Bei Nadelhölzern durch unregelmäßigen Jahrringaufbau entstehende Zonen, die besonders hart sind und daher Schwierigkeiten bei der Verarbeitung des Furniers ergeben (Druck-, Zugholz).

Buntheit:

Unruhiges Furnierbild, Intensität meist abhängig vom Lichteinfall. Hervorgerufen durch verschiedene Wuchsanomalien, die eine unregelmäßige Zeichnung verursachen.

C

Cluster:

Nur teilweise gemaserte Stämme.

D

DIN 4079:

In Deutschland gültige Norm für die Furnierherstellung, in der die Standardstärken festgelegt sind.

Dosse:

Siehe Blume

Drehwuchs:

Spiralförmiger Wuchs eines Baumes, der durch äußere Einflüsse - z. B. Wind - hervorgerufen wird. Bei starkem Drehwuchs können Aufarbeitungsprobleme dadurch entstehen, dass sich die Jahrringe voneinander lösen und offene Stellen entstehen; daher werden sie meist gesägt.

E

Echt Quartier:

Herstellungstechnologie gemesserter Furniere (siehe Kap. 2.2.3.1)

Einlauf:

Farbliche Veränderungen an den Hirnenden eines Stammes oder durch den ganzen Stamm, wenn dieser zu lange gelagert wird. Wird begünstigt durch direkte Sonneneinstrahlung oder zu starke Trockenheit. Um Einlaufbildung zu vermeiden wird Rundholz für die Lagerung entweder an den Hirnenden gewachst oder mit Wasser berieselt.

Einzelpakete:

Furnierpakete, die aus der regelmäßigen Abfolge innerhalb eines Stammes herausgenommen sind, so dass die Abwicklung nicht mehr vorhanden ist; meist geringe Qualitäten oder Friesen.

F

Faserrichtung / Faser:

Wuchs-, also Längsrichtung des Baumes
Faux Quartier:
Herstellungstechnologie gemesserter Furniere (siehe Kap. 2.2.3.1) 

Federzeichnung:

Anderer Begriff für Pyramidenzeichnung.

Feinporigkeit:

Man kann die Poren nur mit der Lupe erkennen, z. B. bei Ahorn, Birnbaum, Kirschbaum, Birke, Buche, Linde. Diese Hölzer haben eine gleichmäßige Textur.

Flader:

Siehe Blume

Fladerfurnier:

Eine Bezeichnung für Furnier, das tangential aus einem Stamm gemessert wurde und eine ovale oder bogenförmige Maserung aufweist.

Fladerschnitt:

= Sehnenschnitt, Tangentialschnitt (siehe Kap. 2.1)

Flitsch:

Siehe Block

Flocker:

Unregelmäßige Zeichnung des Furniers, die meist nicht erwünscht ist.

Fries:

Gestreiftes Furnierbild ohne "Blume".

Frühholz:

Der Teil des Jahrringes der im Frühjahr gebildet wird.

Furnierblatt:

Die kleinste Furniereinheit. Meistens werden 16, 24 oder 32 Blätter zu einem Paket gebündelt.

Fuß:

Unteres Stammende im Rundholz oder Furnier, gekennzeichnet häufig durch groben Jahrringverlauf und nicht gewünschte Farbvariationen, vom Wurzelstock herrührend.

G

Geapfelt:

Vom französischen Wort „Pommelé” (Pomme = Apfel) abgeleitete Bezeichnung für eine spezielle regelmäßige Textur des Furniers, die entfernt an Äpfel erinnern kann.

Geschlagen:

Aufarbeitungsart durch die Stay-Log-Maschine. Auch exzentrisches Schälen genannt.

Gitterflecken:

Abdrücke der Trocknerbänder auf der Furnieroberfläche, hervorgerufen durch fehlerhafte oder unsachgemäß gewartete Trocknerbänder. Sie können Schwierigkeiten bei der Oberflächenbehandlung ergeben.

Glatze:

Furnierbild, das stellenweise keine Zeichnung hat.

Grat:

Sehr feine Messerscharte, die beim Oberflächenschleifen des Furniers verschwindet und somit keine Beeinträchtigung des Furniers bedeutet.

Grobe Struktur:

Der Jahrringaufbau von schnell gewachsenen Stämmen, der eine nicht erwünschte grobe Zeichnung im Furnier ergibt.

Grobjährig:

Eine Bezeichnung für ringporiges Holz mit großen Poren.

Grobporigkeit:

Man kann die Poren bereits mit dem bloßen Auge sehen, z. B. bei Eiche, Esche, Nussbaum, Ulme. Diese Hölzer haben eine lebhafte Textur.

Gum:

Schwarze, fleckenförmige Einschlüsse im Black Cherry Furnier, die von einem Furnierblatt zum anderen verspringen können.

H

Haare:

Speziell bei den Holzarten Birnbaum und Maple vorkommende haarfeine Flecken, die sich über die gesamte Furnieroberfläche verteilen können und als qualitätsmindernd angesehen werden.

Halbmaser:

Siehe Cluster

Hartholz:

Begriff für Holz mit höhere Dichte. I. d. R. Holz der Laubbäume.

Harzgallen:

Taschenförmige Harzeinschlüsse bei harzhaltigen Nadelhölzern, die im Furnier offene Stellen ergeben und daher qualitätsmindernd sind.

Herz:

Stammachse

Herzriss:

In der Stammmitte entstehende Spannungsrisse. Die Lage vom Herzriss bestimmt maßgeblich die Stammeinteilung fürs Messern. Herzrisse im Furnier sind offen und können nicht verarbeitet werden.

Hirnschnitt:

= Querschnitt; verläuft quer zur Stammachse.

Holzfehler:

Jeder Fehler, der das Aussehen des Holzes beeinträchtigt, die Bearbeitung erschwert und den Wert des Holzes für eine bestimmte Verwendung mindert; häufig auch Wuchsmerkmal (z. B. Gum in Cherry).

Holzstrahlen:

Auch Markstrahlen genannt. Im Querschnitt radial verlaufendes Zellgewebe, das in Abhängigkeit von der Schnittrichtung als Linien, Streifen oder Striche sichtbar ist.

Horizontalmessermaschine:

Messermaschine, bei der die Bewegung Stamm/Messer horizontal ausgeführt wird.

I

Innenausbau-Länge:

Längen von Rundholz und Furnieren von über 2,65 m in Spitzenqualität.

Intarsie:

In Holz eingelegte oder aufgeleimte Verzierungen aus Furnier oder auch aus anderen Materialien (z. B. Metalle, Perlmutt), sehr kostspielig und wird im handwerklichen Bereich angewendet.

J

Jahrring:

Jährliche Zuwachszone eines Baumes mit deutlicher Abgrenzung zwischen dem in der Vegetationsphase (Frühjahr -> Frühholz) und dem in der Vegetationsruhe (Spätholz) entstandenen Holz.

K

Kathedral-Aufbau:

„Blume” mit gleichmäßigem Abstand der Jahrringe und absolut geradem Wuchs. Gesuchter Aufbau der Struktur bei Dossepaketen. Gilt als besonders elegant.

Kern / Kernholz:

Innerer Teil des Stammquerschnittes, der sich farblich vom normalen Furnier absetzt.

Knolle:

Bezeichnung für einen Maserstamm, Rundholz oder Furnier.

Kondensat:

Infolge von zu scharfer Trocknung sich auf der Furnieroberfläche absetzende und gelbliche erscheinende Flüssigkeit.

Krebs:

Krankheit bei europäischer Eiche, die sich als Strukturstörung im Furnier zeigt, im fortgeschrittenen Stadium als offener Fehler.

Kreuzfuge:

Speziell bei Maserfurnieren gebräuchliches Verfahren, um hochdekorative Flächen und Bilder entstehen zu lassen. Vier aufeinanderfolgende Furnierblätter werden zweimal gestürzt und einmal hochgeklappt.

Kürschner:

Eine kleine Wölbung im flächig verleimten Furnier, die auf unzureichenden Klebstoff an dieser Stelle zurückzuführen ist.

Kurzlänge:

Längen in Rundholz und Furnieren zwischen 1,50 m und 2,00 m.

Kürzung:

Längen in Rundholz und Furnieren unter 1,50 m.

L

Lösung:

Risse im Holz, die dem Jahrringverlauf folgen. Stammteile mit diesem Fehler sind zur Furnier- und Schnittholzerzeugung nicht geeignet.

M

Markröhre:

In der Mitte des Stammquerschnittes gelegener Ausgangspunkt der Jahrringe, braune Farbe

Marketerie:

Das Zusammensetzen kleiner Furnierstücke zu dekorativen Mustern oder Bildern.

Maserknolle:

Ein knollenartiger Auswuchs an einem Stamm. Aufgeschnitten liefert er Maserfurnier.

Maser:

Textur von Furnieren, die aus Maserknollen hergestellt werden (siehe Kap. 2.3.4). Maserknollen wachsen über der Erde (Eiche, Esche, Rüster) oder als Wurzelmaser unter der Erde (Madrona, Myrte, Vavona, kalifornischer Nussbaum). Teilweise gemaserte Knollen und Stämme werden als Halbmaser oder Cluster bezeichnet.

Maserung:

= Zeichnung, Textur

Messerbläue:

Blaue Flecken auf der Furnieroberfläche, die durch unzureichende Wasserabführung (zu geringe Heizleistung am Druckbalken, zu schnelles Messern) beim Messern entstehen, da auf der Oberfläche der Furniere stehendes Wasser durch Oxydation mit Inhaltsstoffen reagiert.

Messerfallend:

Eine komplett aufgearbeitete Partie Rundholz, die mit allen enthaltenen Qualitäten als Furniere angeboten und verkauft werden.

Messerfurnier:

Bezeichnung für Furniere einer bestimmten Herstellungsart (siehe Kap. 2.2.3.1)

Messern:

Methode der Furnierherstellung (siehe Kap. 2.2.3.1)

Messerreste:

Der Furnierblock muss zur Herstellung des Furniers (Messern) aufgespannt werden. Der Bereich, der durch Klammern gespannt wird, kann nicht mit zu Furnier verarbeitet werden und bleibt als Rest übrig.

Messerriss:

Risse im Furnier, die durch schlecht eingestellte Druckbalken bei Furniermaschinen verursacht werden.

Messerscharte:

Eine schräg über das Furnierblatt laufende Einkerbung, die durch eine Beschädigung des Messers entsteht. Typischer Messerfehler, der die weitere Verwendung des Furniers in Frage stellt.

Mineral:

Dunkle Flecken oder Einschlüsse im Holz, vor allem bei amerikanischer Eiche.

Missfarbigkeit:

Vom gewünschten Farbton abweichende Farbtönungen der Furniere. Z. B. Grünstreifigkeit bei Kirschbaum.

Möbelware:

Furniere mit unterschiedlichen Längen von 1,00 m bis 4,00 m innerhalb eines Stammes, die von der Möbelindustrie verarbeitet werden können.

N

Nagel:

Feines, überwachsenes Stiftästchen (Wasserreißer), das auf der Rinde nur schwer gesehen werden kann. Im Hirnschnitt als quer über die Fläche verlaufender schwarzer Stift erscheinend.

Nagelast:

Kleiner, meist sehr harter Ast, der zu Messerscharten führt. Besonders bei europäischem Ahorn.

Niederschlag:

Siehe Kondensat

Noppen:

kleine, runde oder ovale, fest verwachsene Astansätze

O

Offener Fehler:

Fehler im Furnier, der Löcher bildet. Ausfalläste, Faulstellen, offene Herzrisse müssen bei der Verarbeitung entfernt werden. Fest verwachsene Äste sind keine offenen Fehler.

P

Paket:

Beschnittene und in meist 16, 24 oder 32 Blatt gebündelte Furnierpakete, die in sich die aufeinanderfolgenden Furnierblätter enthalten. In der Regel die kleinste Verkaufseinheit

Paneellänge:

Längen in Rundholz und Furnieren zwischen 2,55 m und 3,30 m, die von der Paneelindustrie benötigt werden. Qualität meist nicht so hoch wie Schlafzimmerlängen.

Parkett-Marketerie:

Ein ähnlicher Vorgang wie die Marketerie. Das Furnier wird hier jedoch in geometrische Formen geschnitten, die zu dekorativen Mosaikmustern zusammengesetzt werden.

Partie:

Eine für Kunden vorbereitete Menge an Furnieren, oft zu einheitlichen Qualitäten zusammensortiert.

Pfeffer:

Bei Eiben- oder Rotbuchenfurnieren schwarze Stiftästchen im Holz, die die typische Zeichnung des Eibenfurniers ergeben. Je mehr Pfeffer und je regelmäßiger er über die Oberfläche verteilt ist, umso hochwertiger das Furnier.

Pianoei:

Ein von der Pianoindustrie gesuchter Aufbau der Struktur in den Dossepaketen. Wird für die Vorderfronten und den Klavierdeckel benötigt.

Pommelé:

Siehe geapfelt

Poren:

Relativ große Zellen der Laubhölzer. Sie sind im Querschnitt als runde bis ovale Öffnungen und im Längsschnitt als Porenrillen oder Nadelrisse mehr oder weniger deutlich sichtbar. Ihre Größe, Anzahl und Verteilung ist artspezifisch.

Pyramide:

Typische Zeichnung des Furniers , das aus einer Astgabel hergestellt wurde. Je exakter die Pyramide oder auch Feder ausgeprägt ist, desto hochwertiger das Furnier.

Q

Quellen:

Die Zunahme der Abmessungen von Holz (entsprechend auch Furnier) bei Feuchteaufnahme infolge der Einlagerung von Wasser in die Zellwand.

Querbänder:

Furnierstreifen, die quer zur Faser geschnitten sind und als Dekoreinlagen verwendet werden.

Querlage:

Furnierlage, die rechtwinklig zu den Decklagen einer Sperrholzplatte verleimt wird.

R

Radialfurnier:

eine Art Schälfurnier, das durch kegelförmiges Schälen des Stammendes erzeugt wird. Das Verfahren ähnelt dem Bleistiftanspitzen.

Reaktionsholz:

Anomales, dem Gebrauchswert des Holzes negativ beeinflussendes Holzgewebe. Das Druckholz der Nadelhölzer ist am hohen Anteil von dunkler gefärbten Spätholz zu erkennen. Das Zugholz der Laubhölzer erscheint in leicht silbrigem Glanz.

Reifholzbäume:

Haben keinen Farbkern, aber ihr Holz ist im Kern wesentlich wasserärmer als in der Außenschicht (Fichte, Tanne, Buche, Linde).

Restdielen:

Siehe Messerreste

Riegel:

siehe Texturen Kap. 2.3.4

Rift:

Aus geviertelten Stämmen aufgearbeitete Furniere. Siehe auch Friese.

Rindeneinwuchs:

Vor allem bei Maserhölzern vorkommende Rinde innerhalb des Kernholzes, das von diesem überwachsen wurde.

Ringporer:

Laubholz mit auffälligen Jahrringen

Rohdichte:

Abkürzung ρ, die Masse einer Raumeinheit Holz, ausgedrückt in g/cm³. Die Rohdichte wird für eine bestimmte Holzfeuchtigkeit angegeben. Die meisten Holzeigenschaften sind von der Rohdichte abhängig.

Rose:

Überwachsener Ast, der ein deutlich erkennbares Merkmal in der Rinde hinterlässt. Je früher der Baum den Ast abgeworfen hat, desto schwerer ist dieses Merkmal in der Rinde erkennbar.

Rundschälen:

Methode der Furnierherstellung (siehe Kap. 2.2.3.2)

S

Sägefurniere:

Furniere durch Sägen hergestellt (siehe Kap. 2.2.3.3)

Schälfurnier:

Bezeichnung für Furniere einer bestimmten Herstellungsart (siehe Kap. 2.2.3.2)

Schieben:

Verfahren beim Zusammensetzen von Furnieren, bei dem die aufeinanderfolgenden Furnierblätter jeweils nur mit der Vorderseite aufgeleimt werden (siehe Kap. 3.1).

Schlafzimmerlänge:

Längen in Rundholz und Furnieren zwischen 2,60 m und 3,20 m. Die Schlafzimmerqualität ist meist höher als die Paneelqualität.

Schwinden:

Die Verminderung der Abmessungen von Holz (entsprechend auch Furnier) bei Feuchteabgabe.

Spannungsriss:

In einem Stamm treten durch unterschiedliche Wachstumszonen und Wachstumsgeschwindigkeiten (Wetterseite) Dichteunterschiede auf, die zu Spannungen im Rundholz führen können. Wird der Baum gefällt, können Spannungsrisse auftreten, die die Furnierfähigkeit in Frage stellen können. Problem vor allem bei Buche.

Spätholz:

Der Teil des Jahresrings, der im letzten Teil der Wachstumsperiode, also nach dem Frühjahr, zuwächst.

Spiegel:

Je nach Anschnittwinkel beim Messern werden die Zellen der Holzstrahlen unterschiedlich sichtbar. Optische Unterbrechung im Gesamtbild, bei einigen Holzarten erwünscht, z.B. Platane. Besonders kräftig ausgeprägt bei Eiche.

Spiegelschnitt:

= Radialschnitt; Der Schnitt verläuft entlang der zum Holzstrahlen und senkrecht zu den Jahrringen. Die Schnittfläche erscheint gestreift sichtbar (siehe Kap. 2.1).

Splint:

Der zwischen Rinde und Kernholz liegende äußere, helle Stammabschnitt des Holzes. Bei Kernhölzern farbliche Absetzung des Splints. Bei Furnieren wird der Splint i. d. R. weggeschert. Bei einigen Holzarten, z. B. Palisander und Europäischer Nussbaum, wird der Splint dekorativ verarbeitet.

Spritzer:

Generelle Bezeichnung für dunkle, fest verwachsene Farbveränderungen . Je nach Holzart und Ursache wird unterschieden in Gum, Haare, Harzgallen, Rindeneinwuchs, Zuckerflecken u.a.

Spritzkern:

Unregelmäßig ausgeformter Kern.

Stärke von Furnier:

In Europa sind Stärken zwischen 0,5 und 0,65 mm üblich. In Asien werden meistens Furniere zwischen 0,2 und 0,3 mm verarbeitet. Als Starkschnitt werden in der Regel Furniere von 1 bis 3 mm bezeichnet.

Stamm:

Furnier- oder sägefähiger Abschnitt eines Baumes.

Stamm-Maser:

Maserstamm, bei dem die Maserbildung überirdisch am Stamm geschieht. Solche Maser sind: Eiche, Esche, Pappel, Rüster.

Stammrund:

Die Präsentation von Furnieren, die in Form des ursprünglichen Stammes aufgesetzt sind.

Stammware:

Furniere, die aus einem Stamm erzeugt werden und bei denen noch die Abwicklung innerhalb des Stammes gegeben ist.

Starkschnitt:

Furniere, die abweichend von der DIN-Norm in anderen Stärken hergestellt werden. Gebräuchliche Stärken sind 0,9 mm, 1,2 mm, 1,5 mm, 2,0 mm und 2,5 mm.

Stock:

Unteres Ende eines Stammes.

Stockflecken:

Fäulnisflecken, die sich als Verfärbung im Furnier abzeichnen.

Streifer:

Siehe Friese

Streifigkeit:

Sich auf dem Furnier mehr oder weniger deutlich absetzende Farbstreifen, die meist als qualitätsmindernd angesehen werden. Vor allem bekannt bei europäischer Eiche.

Stürzen:

Verfahren beim Zusammensetzen von Furnieren, bei dem aufeinanderfolgende Furnierblätter abwechselnd mit Vorder- und Rückseite aufgeleimt werden, um eine spiegelbildliche Abwicklung zu erhalten (siehe Kap. 3.1).

T

Taxe:

Preisfestlegung für einen Furnierstamm.

Tegernseer Gebräuche:

In der Holzindustrie gebräuchliches und anerkanntes Normenwerk, in dem generelle Regeln für die Säge- und Furnierindustrie festgelegt sind (z. B. Qualitätsbezeichnungen für Schnittholz, Toleranzen hinsichtlich Furnierstärken und fehlerhafter Blätter u. v. m.).

Textur:

Struktur und Färbung des Furnierbildes

Trägerplatte:

Das Trägermaterial, auf welches das Furnier aufgebracht wird.

Traktor-Spuren:

Typische Riegelausbildung, vor allem bei Buche; wird in der Regel als qualitätsmindernd angesehen.

Trocknermarken:

siehe Gitterflecken

Trommeln:

Durch Vibration des Furnierblockes auf der Messermaschine oder durch falsche Druckeinstellung an der Maschine hervorgerufene Stärkenschwankungen, die regelmäßig als querverlaufende Streifen über das Furnierblatt verteilt sind.

Türenlänge:

Längen in Rundholz und Furnieren zwischen 2,05 m und 2,40 m, die von der Türenindustrie benötigt werden.

U

Umlegen:

Das Vorführen eines Stammes, bei dem dieser Paket für Paket gezeigt wird.

V

Vermesserung:

Unterschiedlich dicke Furnierblätter, oder stellenweise verschieden dicke Furniere.
Vermesserte Blätter lassen sich nicht vermeiden. Bis 5 % einer Furnierlieferung dürfen vermessert sein.

Vertikale Messermaschine:

Messermaschine, bei der die Bewegung Stamm/Messer vertikal ausgeführt wird.

W

Weichholz:

Begriff für Holz mit geringer Dichte. I. d. R. Holz der Nadelbäume, es gibt aber auch weiche Laubhölzer, wie Pappel oder Erle.

Wechseldrehwuchs:

Die Holzfasern verlaufen spiralförmig um die Stammachse, wobei sich Bänder von Jahrringen abwechselnd links herum und rechts herum um die Stammachse drehen.

Welligkeit:

Meistens führen Spannungen im Holz zu welligen Furnieren. Bei extremer Welligkeit kann das Furnier beim Bügeln brechen,

Wilde Maserung:

Unregelmäßige, die Richtung wechselnde Maserung, die das Holz schwer bearbeitbar macht.

Wimmer / Wimmerwuchs:

quer zur Stammachse in tangentialer Richtung liegende Bänderung mit welligem Faser- und Jahrringverlauf. Ergibt ein unruhiges Furnierbild (vgl. Buntheit, Flocker)

Wurzelmaser:

Maserstamm, bei dem die Maserausbildung an der Wurzel erfolgt. Die Knolle befindet sich entweder ganz oder teilweise unter der Erde. Wurzelmaser sind z. B.: Myrte, Nussbaum, Ahorn, Vavona.

Y

Yellow Gum:

Gelblich-braune Flecken bei American Black Cherry, die als qualitätsmindernd angesehen werden, da sie nach der Oberflächenbehandlung noch sichtbar sind,

Z

Zähigkeit:

Bei unregelmäßig gewachsenen oder stark unter Spannung stehenden Stämmen entstehende Welligkeit der Furniere. Kann sich auch als dunklere Farbtönung entlang der Jahrringe zeigen.

Zeichnung:

siehe Textur

Zerstreutporer:

Laubholz mit kaum auffälligen Jahrringen

Zopf:

Oberes Ende eines Stammes (Rundholz oder Furniere).

Quellen