Ausschreibungen für den Innenausbau

Ein hochwertiger Innenausbau ist so individuell, dass es keine Standard-Textbausteine für Ausschreibungen geben kann. Daher müssen Aussehen und Merkmale des gewünschten  Furniers genau beschrieben werden.

Grundsätzlich sollte in einer Ausschreibung vermerkt werden, dass die Oberfläche aus Furnier bestehen soll. Die Vorgabe der Holzart definiert exakt das zu verwendende Furnier. Wenn die Holzart nicht explizit vorgegeben werden soll, kann eine Angabe zum Farbton die Auswahl einschränken. Eine Angabe zur Textur des Furniers (z. B. gestreift, blumig oder geriegelt) sowie zum Furnierbild (z.B. gestürzt oder geschoben) definiert die Optik. Mit diesen Vorgaben ist das gewünschte Furnier hinsichtlich seines Erscheinungsbildes eindeutig festgelegt.

Soll bewusst von der Standarddicke der Furniere abgewichen werden, muss die gewünschte Dicke angegeben werden. Die Herstellung von Furnieren mit von der Standarddicke abweichenden Dicken ist in der Regel jedoch mit einem höheren Aufwand und damit mit einem höheren Quadratmeterpreis verbunden.

Werden aufgrund der Gebäudeart an die Verklebung der Furniere besondere Ansprüche gestellt, so ist dies ebenfalls in der Ausschreibung zu vermerken. Dazu ist anzugeben, ob das Objekt unter häufiger kurzzeitiger Einwirkung von Kondenswasser bzw. hoher Luftfeuchte steht oder ob mit häufiger, lang anhaltender Einwirkung von abfließendem Wasser oder Kondenswasser zu rechnen ist.

Ebenso sind besondere Anforderungen an den Brand- und Schallschutz zu vermerken.

Bei der Verwendung von furnierten Platten ist anzugeben, womit die Kanten bzw. Schmalflächen zu beschichten sind (z.B. Furnierkanten, Massivholz- (Vollholz-)anleimer,  andere Materialien). Des weiteren sollte angegeben werden, ob die Kante verdeckt (Einleimer) oder sichtbar (Anleimer) sein soll.

Schließlich muss die Beschichtung bzw. Lackierung der furnierten Oberfläche beschrieben werden. Dazu sind Angaben zur Art der Oberflächenbehandlung (Lack, Öl, Wachs) bzw. zum Lacksystem (geschlossen, hoch glänzend oder offenporig lackiert) erforderlich. Auch besondere Behandlungen oder Effekte, wie das Beizen oder das Herstellen einer gebürsteten Oberfläche, sind an dieser Stelle zu nennen.

Formulierungsbeispiel

  • Ausführung der Oberflächen aus Kirschbaumfurnier mit blumiger Textur
  • die Wandfläche ist als Abwicklung auszuführen, die Abwicklung ist durch Stürzen der Furnierblätter herzustellen
  • Tischplatte furniert mit Kirschbaum, blumige Textur, Kantenausbildung mit Edelstahlkante
  • alle Verklebungen sind so auszulegen, dass diese einer lang anhaltenden Einwirkung von hoher Luftfeuchte standhalten
  • Beschichtung aller Oberflächen durch offenporige Lackierung

Die Freigabe, d. h. die endgültige Auswahl einer Oberfläche, erfolgt dann in der Regel nach einer Bemusterung. Dabei ist darauf zu achten, dass repräsentative Flächen bemustert werden. Üblich sind Musterflächen in A3-Größe. Flächen dieser Größe geben eine guten Eindruck der Optik wieder und sind zudem gut zu transportieren.